Der CO2-Fußabdruck von Hotels

Klimaschutz ist in aller Munde und das Thema "Nachhaltigkeit" bei Hotels ist sehr vielfältig. Nachhaltigkeit beginnt damit, dass die Speisekarte des Hotel-Restaurants möglichst regionale und saisonale Speisen in Bio-Qualität und mit einem hohen pflanzlichen Anteil an Produkten beinhaltet. Doch nachhaltige Bio-Gastronomie ist nur ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Wie können Hotels ihre Klimabilanz verbessern?

Nachhaltige Hotels verwenden biologisch abbaubare Reinigungsmittel, nutzen Recyclingpapier, beziehen Ökostrom, betreiben Wassersparmaßnahmen und achten auf Müllvermeidung sowie korrekte Mülltrennung, um nur einige Beispiele zu nennen. Auch die gesamte Baubiologie des Hotels bei Umbau- oder Dämmmaßnahmen sollte so ökologisch wie möglich erfolgen.

CO2-Fußabdruck von Biohotels

Ermittlung des CO2-Fußabdrucks von Hotels / Biohotels

Jeder Gast eines Hotels verbraucht eine bestimmte Menge an CO2-Emissionen pro Nacht, die sich nach verschiedenen Kriterien messen lässt. Sind wir als Hotel bereits klimapositiv oder haben wir entscheidende Details bislang übersehen? Die genaue Ermittlung und Zertifizierung von Hotels mit dem CO2-Fußabdruck führt zum Beispiel die Viabono GmbH (https://www.viabono.de/) durch.

Klimaeffizienzklassen

Die Viabono teilt Hotels in sechs Klimaeffizienzklassen (A-F) ein. Diese Werte, die das Hotel innerhalb eines Jahres verursacht, errechnen sich auf wissenschaftlicher Basis. Durch einen praxisgerechten und validierten Erhebungsbogen werden neben allgemeinen Daten zur Größe und Ausstattung des Betriebes, Daten aus den Bereichen Gebäude, Print, Mobilität, Reinigung/Wäsche sowie Food & Beverage (F & B) und Sonstiges abgefragt.

Auch der Anfahrtsweg der Mitarbeiter fließt in die Berechnung mit ein. Damit lassen sich die CO2-Emissionen pro Gast und Übernachtung errechnen. Ist dieser Wert nun bekannt, können daraus entsprechende Handlungsmaßnahmen zur Verbesserung der betriebseigenen Nachhaltigkeit gezogen werden. Hat ein Hotel all diese Kriterien verinnerlicht, kann es den CO2-Fußabdruck des Hotels schrittweise auf ein Minimum reduzieren.

Durchschnittlicher Verbrauch an CO2 pro Gast und Nacht in einem Hotel

Die CO2-Emissionen durch die Schweizer Hotellerie beispielsweise liegen zwischen rund 390.000 und 530.000 Tonnen CO2 pro Jahr. Durchschnittlich verbraucht ein Hotelgast einer Schweizer Studie* zufolge folgende CO2-Emissionen:

KategorieCO2-EmissionAnzahl Gäste/Nächte
3 Sterne Hotel 14,3 kg

pro Gast / Nacht

4 Sterne Hotel 18,5 kg
5 Sterne Hotel 33,1 kg

Der Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA geht von folgenden energiebedingten CO2-Emmissionen pro Übernachtung (Ün) aus:

KategorieCO2-EmissionAnzahl Gäste/Nächte
0-2 Sterne Hotel 24,7 kg

pro Gast / Ün

3 Sterne Hotel 16,9 kg
4 Sterne Hotel 21,0 kg
5 Sterne Hotel 47,6 kg

Quelle der Zahlen: DEHOGA Energiekampagne, Erhebungen der DEHOGA Landesverbände, Umwelterklärungen, Stand: 2014 (https://www.dehoga-bundesverband.de/fileadmin/Startseite/05_Themen/Energie/DEHOGA_Umweltbroschu__re_Oktober_2016.pdf)

Klimafreundliche Biohotels, die durch ökologische Maßnahmen aktiv an der Reduzierung dieses Fußabdrucks arbeiten, sind in der Lage, diese Emissionen bei deutlich unter 10 kg CO2 pro Gast und Nacht zu halten.

Besonders entscheidende Faktoren

Die Emissionslast ist von vielen Faktoren abhängig. Dass die CO2-Emissionen aber sehr viel mit dem Speiseangebot zu tun haben, zeigt die Einschätzung von Will Brookes², dass die Transport-Emissionen von regionalen Speisen acht mal geringer sind als Produkte, die aus Übersee importiert wurden. Der CO2-Fußabdruck bei Speisen hängt jedoch nicht nur mit Regionalität zusammen, sondern insbesondere auch mit der Speisenauswahl. Denn Fleischgerichte und Gerichte mit tierischen Produkten haben eine immens höhere Klimaschädlichkeit als eine rein vegane Küche. Ein bioveganes Hotel hat einem Hotel mit Fleisch auf der Speisekarte damit schon von Grund auf einen merklichen Vorteil bei seinem CO2-Fußabdruck.

In unserem Suchfilter können Gäste unter dem Punkt "Nachhaltigkeit" den maximalen CO2-Verbrauch in kg angeben, den das gewünschte Hotel haben soll.

Hotels mit einem CO2-Fußabdruck von maximal 15 kg pro Gast/Nacht

* "Energieeffizienz und CO2-Emissionen der Schweizer Hotellerie"
² “The Environmental Sustainability of the British Restaurant Industry: A London Case Study“, 2007